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Die bereits zum 5. Mal im thüringischen
Kraja von Ulrike Trautmann und dem Bezirksverband
des VFD Thüringen-Nord ausgerichtete Berg
und Tal Distanz fand in diesem Jahr am 6. Mai
statt. Die Auswahl an Streckenlängen war
2006 sogar noch etwas größer als
bei den vorangegangenen Veranstaltungen: Man
hatte die Qual der Wahl zwischen 30, 54, 60
und 84 km, ausgeschrieben als Distanzritte und
auch Distanzfahrten. In der bewährten Streckenführung
gab es dabei einige kleinere Veränderungen.
Mit über 80 Nennungen erreichte in diesem
Jahr die Teilnehmerzahl Rekordstärke.
Einige werden sich vielleicht noch an das Regentief
im Vorjahr erinnern, das die 4. Berg und Tal
Distanz in eine feuchte Schlammschlacht verwandelte...
Nun, diesmal war der Wettergott den Veranstaltern,
Reitern, Fahrern und Trossern wieder hold, denn
die strahlende Sonne war das ganze Wochenende
nicht zu vertreiben, begleitet von einem teils
recht starken, kühlenden Wind und Temperaturen
um die 20 °C.
Am Freitagabend erfolgte die Anreise der meisten
Teilnehmer, und die drei Tierärzte Dr.
Füldner, Frau Dr. Mackeroth und Tina Vortherms
ließen diese zügig und gründlich
vonstatten gehen. Bei den 84 km Startern erhielt
ein Pferd leider wegen Lahmheit keine Startfreigabe.
Die Vorbesprechung im Krajaner Sportheim nahm
Ulrike Trautmann ebenfalls in gewohnt sorgfältiger
Manier in Angriff, das Kartenmaterial, ergänzt
durch ein Erklärungsbeiblatt, wurde durchgesprochen.
An einer Stelle hieß es besonders aufpassen:
Eine Kreuzung, die man in alle Richtungen zu
durchlaufen hatte, nur die Reihenfolge war dabei
der Knackpunkt, daher eine zusätzliche
Flatterbandmarkierung für besondere Obacht
angegeben. Besagte Kreuzung wurde dann am folgenden
Tag leider doch noch zwei Langstreckenreitern
zum Verhängnis, die hier versehentlich
falsch abbogen und den so ausgelassenen Streckenteil
anschließend nachholen mussten. Die Strecke
bestand aus einer 30 km-Runde und einer 24 km-Runde,
die die Starter je nach Wahl ihrer genannten
Streckenlänge in verschiedenen Kombinationen
zu bewältigen hatten. Der Ort Bleicherode
wurde wie immer als Schrittstrecke durchquert.
Markiert war in der üblichen, bewährten
Art mit Pfosten und Sprühfarbe, Pfeilen
und Bestätigungspunkten, je nach Streckenlänge
in verschiedenen Farben, an Kreuzungspunkten
der Loops auch mit erklärenden Schildern.
Wie auch in den Vorjahren ließ die Markierung
keine Wünsche offen, und der Blick in die
Karte war kaum je nötig. Das gesellige
Beisammensein am Abend konnte wegen des guten
Wetters am Lagerfeuer ausklingen.
Am Samstagmorgen begaben sich die Teilnehmer
dann ab 7.30h auf die Strecke. Ich selbst kann
nur von der 84 km-Strecke berichten, da ich
in diesem Jahr auf dieser selbst gestartet bin,
„mal wieder“ mit Leihpferd: Nachdem
mich im Vorjahr Ulrike Trautmanns Fjordwallach
Benno tapfer über 60 km gebracht hat, stellte
mir in diesem Jahr Karin Bartscher-Löffler
ihre Araber-Pony-Mix-Stute Dakana für die
84 km zur Verfügung. Gemeinsam mit mir,
ihr und ihrer Araberstute Kismet al Thawi begaben
sich noch 8 weitere Reiter auf die Langstrecke.
Anfangs ließen wir es etwas ruhiger angehen,
da die Temperaturen recht warm vorhergesagt
worden waren, und die Pferde den langen Winter
immer noch „im Fell“ stecken hatten.
Der kühlende Wind, der das Eindecken in
den Pausen dringend notwendig machte, verhütete
aber gottlob metabolische Probleme bei den Pferden.
In der ersten Pause nach 30 km schied leider
eine unserer Mitreiterinnen wegen Lahmheit aus.
Weiter ging es durch die herrliche Landschaft,
sattes Grün, den aufblühenden Raps
und weißblühende Obstbaumalleen unter
blauem Himmel, ja, in diesem Jahr hatten wir
durchaus wieder Sinn für die Schönheit
von Landschaft und Natur. Die Graswege und Schafhutungen
luden mitunter zum frischen Galopp ein, die
festen Wege waren teils recht hart und staubig,
Kunststück, es hatte ja im Vorfeld kaum
geregnet. Bis zur zweiten Pause in Haferungen
ritten Karin und ich ein ganzes Stück in
einer netten Vierergruppe, zusammen mit Victoria
Oldenburg auf ihrem Fuchswallach Ibn Gameer
und Sabine Rodich auf ihrer Haflingerstute Aramy.
Nach der zweiten Pause von 40 min entschieden
Karin und ich uns dann jedoch, ein bisschen
mehr Tempo zu reiten und trennten uns von unseren
Mitstreiterinnen. Die letzten 20 km vergingen
quasi wie im Fluge, es war noch genug Sprit
im Tank, und zu unserer großen Freude
und meiner riesigen Überraschung überquerten
Karin und ich um 14.59h die Ziellinie mit einer
Reitzeit von 6 Std. und 9 min. Hand in Hand
als Erste. Mit 12 min Abstand folgten dann Victoria
und Sabine, und auch die verbleibenden vier
Reiter trafen innerhalb der nächsten halben
Stunde ein. Auch die Nachuntersuchung überstanden
Kismet und Dakana ohne Beanstandungen, dann
konnten wir sie guten Gewissens und immer noch
frisch und munter in die Freizeit auf ihrem
Paddock entlassen, und unseren Sieg erst mal
mit einem Glas Sekt begießen !
Um 18.00h führte Ulrike Trautmann dann
die Siegerehrung für die 30er, 54er und
60er durch, während die 84er erst am Sonntagmorgen
nach der Transportfreigabe geehrt wurden, was
ich persönlich etwas schade finde, da dann
ja außer den Reitern kaum mehr Publikum
vorhanden war. Die Uelzener Versicherung (Herr
Meyer) hatte wieder eifrig schöne Pokale
gesponsert, und der Gabentisch war für
alle Teilnehmer reich gedeckt, von Pferdezubehör
bis Futter, sodass ein jeder etwas Hübsches
mit nach Hause nehmen konnte, zusätzlich
zur obligatorischen Schleife und den Kraja-typischen
Autoaufklebern anstelle von Stallplaketten.
Die Besetzung am Lagerfeuer an diesem Abend
hatte sich dann schon sichtlich verkleinert,
da die meisten Teilnehmer nach der Siegerehrung
abreisten. Nur die 84km-Starter und einige von
weither Angereiste übernachteten noch einmal,
verpflegt in diesem Jahr erstmals von den Bewirtschaftern
des Sportheims, nicht mehr von Ulrike und der
fleißigen VFD-Mannschaft. Aber gut satt
bei Abendbrot und Frühstücksbuffet
wurden wir trotzdem wieder.
Am Sonntagmorgen erteilte dann Tierärztin
Tina Vortherms die Transportfreigabe, und sie
wählte auch noch vier Pferde, die am Vortag
die 84 km bestritten hatten, zur Vergabe eines
Best Condition Preises aus. Mit Kismet, Dakana,
Aramy und der Anglo Araber-Stute Princess ging
es dann ins Roundpen, und dann ließ Tina
mal die Reiter ein wenig Sport treiben, immer
lustig vorwärts im Kreis im flotten Trab
! Um die Kondition der edlen Rösser war
es sichtlich besser bestellt als um die ihrer
Vorführer ! Den Best Condition durfte dann
die überglückliche Sabine Rodich für
ihre sportliche Hafidame Aramy mit nach Hause
nehmen. Um 11.00h dann im kleinen Kreise die
Siegerehrung für die Langstreckenreiter.
Eine VDD-Goldschleife erhielten Karin und ich
beide, da wir aber zeitgleich ins Ziel gekommen
waren, entschied der Puls, sodass Karin den
Pokal für den 1. Platz entgegennehmen konnte
und ich den für den 2. Platz.
Auch in diesem Jahr war die Veranstaltung wunderschön
und rundum gelungen, herzlichen Dank an Ulrike
und Jens Trautmann für die tolle Organisation
und ihr Engagement, ebenfalls den vielen fleißigen
Helfern, den Tierärzten, dem Sportverein
Kraja für das Überlassen ihrer Anlage
für diese Distanzveranstaltung. Besonders
heißen Dank natürlich auch an Karin
für Dahanchen, und Uli und Jonas als Top-Trosser.
Gerne im nächsten Jahr wieder !
P.S.: Martin, bei diesem Ritt bin ich nirgends
steckengeblieben, weder mit dem Auto noch mit
dem Pony !
Corinna Härter
Traditionelle Berg
und Tal - Distanz in Kraja
In diesem Jahr bei herrlichem Wetter, mit noch
mehr Teilnehmern und mehreren verschiedenen
Streckenlängen
Während im letzten Jahr
die Reiter und Fahrer dicke Winterjacken und
Regenschutz benötigten, lachte in diesem
Jahr die Frühlingssonne vom Himmel. Entsprechend
stieg auch die Stimmung und die Teilnehmerzahl,
über 80 Starter nahmen die verschiedenen
Strecken in Angriff! Dennoch hatte das Veranstalterteam
alles bestens im Griff, wie immer gab es ein
gemeinsames Frühstück und ausführliche
Besprechungen, wie immer war die Strecke gut
gekennzeichnet und die Kontrollstellen mit Tierarzt
und Personal besetzt und wie immer bot die hügelige
Umgebung von Kraja fantastische Ausblicke auf
eine blühende Frühlingslandschaft.
Neben 30, 60 und 84 km gab es in diesem Jahr
eine weitere Distanz über 54 km. Auf den
längeren Strecken dominierten die Araber
und Pferde mit Araber-, Trakehner und Vollblutanteil,
aber auch die Reitponys hielten gut mit.
Auf 84 km war sogar ein Haflinger mit von der
Partie, seine Reiterin Sabine Rodich erhielt
für ihn den Preis für die beste Kondition.
Karin Bartscher-Löffler kam aus Nörten-Hardenberg,
und war mit Kismet al Thawi ox auf dieser Distanz
die Beste.
Auch Kinder waren wieder mit am Start, Bianka
Hurlemann (11), im stöhmenden Regen des
letzten Jahres auf einem beachtlichen 5. Platz,
holte sich in diesem Jahr den Sieg über
die 30 km Strecke mit ihrem Reitpony Tassja.
Sie benötigte dafür nur 10 Minuten
länger, als die Sieger über diese
Distanz bei den Großpferden. Hier kamen
gleich 6 Reiter zeitgleich ins Ziel, 6 erste
Plätze gab es allerdings nicht. In solchem
Fall entscheidet das bessere Pulsergebnis, also
Vitalität, Kondition und Regeneration.
Der Vollblüter Terba mit Herbert Ernst
im Sattel hatte in diesem Falle die besten Werte.
Helmut Sonneborn hieß der Sieger über
60 km, er hatte Asra Madani gesattelt und Andrea
Nacke wurde mit ihrem Arabermix Jerry auf 54
km Siegerin. Andrea ritt insgesamt das durchschnittlich
beste Tempo, sie brauchte für einen Kilometer
gerade mal 3.96 Minuten!
Drei Fahrer waren unterwegs, die 30 km entschied
Horst Graichen für sich und die 60 km Manfred
Wanitschka. Christina Böcker fuhr in diesem
Jahr „nur“ 60 km und wurde auf dieser
Distanz Zweite.
Zur Siegerehrung gab es Pokale und Ehrenpreise,
eine Erinnerungsplakette gab es für jeden
Teilnehmer. Auch Goldschleifen für die
besten im VDD eingetragenen Pferde wurden verteilt.
Der anstrengende Tag klang mit gemütlichem
Beisammensein für Reiter, Fahrer und Veranstalter
aus, während die Pferde sich in ihren Paddocks
erholen konnten.
Text S. Kruschwitz
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