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Freitag 11.30 Uhr.
Schnell noch auf dem Schreibtisch Ordnung schaffen und dann nix wie
los nach Leipzig. Dort warten schon Andrea und deren Schwester Ute
gemeinsam mit Ridgeback-Mix Paula und einem frisch-friesierten Hamane, dass es endlich losgeht. Auch Jürgen
biegt gerade um die Ecke ? Pferdehänger ans Auto, Gepäck
ein- und umstapeln, Heusack füllen, Pferd verladen, Hund ins Auto- alles
nur Minutensache. Aber dann heißt es, sich in die unergründlichen Tiefen
des Navi?s einzuarbeiten. Severloh? ? Gibt es nicht. Na gut, fürs erste
tuts auch Celle. Los geht?s. Nach ca. 500 m ruft die Erste nach
der Verpflegung (Anm. der Autorin: Ich war es nicht!!). Der
Verkehr ist uns gnädig, das Wetter auch. Bei strahlendem Sonnenschein rollen wir
über die Autobahn. Andrea wünscht sich für den morgigen Tag ?ihren Geburtstag- ebensolches
Wetter und einen schönen Ritt.
Wir kommen gut voran. Nach ca. 2 ? Stunden erreichen wir Celle. Hier
endet die Naviprogrammierung. Wir halten an, um unser nächstes Etappenziel
?Eschede- einzuprogrammieren. Eine alte Dame mit Stock, Hut und Pelzmantel macht
wild gestikulierend vor der Scheibe auf sich aufmerksam, stellt sich als alte
Reiterin und Celler Urgestein vor und erklärt uns den Weg nach Eschede.
Mittlerweile haben wir auch das Navi wieder im Griff und siehe da, beide
Aussagen stimmen überein. Nach Ortsausgang Eschede links und dann irgendwo
wieder links soll Severloh ausgeschildert sein. Wir sind happy als wir den
Abzweig entdecken und noch happier als ein paar Kilometer weiter der Hänger der
Arnolds an einer Anlage steht.
Hurra, wir sind da ? Hänger auf, Pferd raus und erstmal gucken? Fehlanzeige,
nur die Arnolds schlafen hier, also Pferd wieder rein und weiter geht?s. Nur ein
kurzes Stück weiter sind wir dann glücklicherweise wirklich am Ziel.
Andrea kümmert sich erstmal um die Checkkarte, Unterkunft usw., ich führe
Hamane ein paar Runden. Dann geht?s sofort weiter zur Voruntersuchung ? Alles
bestens!!! Nachdem Hamane warm eingepackt und gefüttert in seiner Box steht,
machen auch wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Wir sind begeistert!!
Ein wunderschönes und vor allem warmes Holzhäuschen erwartet uns. Sogar einen
Kaminofen gibt es hier. Herrlich!! Uns bleibt nur leider gar nicht viel Zeit,
diese Behaglichkeit zu genießen. 21 Uhr ist Vorbesprechung und vorher wollen wir
noch was essen. Nach Nudeln mit Gulasch begrüßt Claus Angelbeck die
kälteresistenten, distanzhungrigen Starter. Der Start wird auf 9.10 Uhr
angesetzt, in der Hoffnung, dass bis dahin der Boden etwas angetaut ist. Schön
für uns, da können wir doch zum Wochenende ein Stündchen länger schlafen. Nach
der Vorbesprechung falle ich sofort hundemüde ins Bett, auch ohne Rotwein.
Das Wetter am nächsten Morgen hat mit Geburtstagswetter nicht viel zu tun,
die Sonne ist verschwunden, es ist saukalt. Nach einer Tasse Kaffee siehts nicht
mehr ganz so gruselig aus. Vermummelt machen wir uns auf den Weg zum Stall und
bepacken das Trossfahrzeug während Andrea Hamane auf Starttemperatur bringt.
Pünktlich 9 Uhr starten die 100 km Reiter, 10 min später die 90er, weitere 10
min später die 60 km Reiter. Wir machen uns auf den Weg zum Trottby an Kilometer
15. Langsam aber unaufhaltsam nimmt mich die Kälte ein. Nach ca. 30 min kommen
Andrea und Hamane. Sie liegen mit Dirk Frenzel und Gaby Jacobi in Führung. Alle
machen einen guten Eindruck. Als sie an uns vorüber sind, machen wir uns schnell
noch mal auf den Weg ins Camp. Meine Füße schreien nach dickeren Socken, meine
Beine nach langen Unterhosen. Zum Glück haben wir einen stets gut ausgerüsteten
Mann mit an Board. Weiter geht?s zum Frühstücksstopp an Kilometer 32. Nach
einer Tasse Tee taue ich langsam auf.
Andrea, Dirk und Gaby sind noch an der Spitze. Hamane hat Puls 52 und kann
sofort in die Pause gehen. Super. Am Vet-Gate bei Kilometer 62 kommt zuerst nur
Dirk mit Kelim. Wo sind die anderen Beiden? Verritten? Nach ein paar Minuten
kommt ein größerer Pulk Reiter ins Gate. Andrea und Gaby sind mit dabei. Ein
paar Markierungen hatten gefehlt. Hamane ist nach wie vor in sehr guter
Verfassung, hat einen Puls von 60. Das Wetter wird immer schlimmer, jetzt fängt
es auch noch an zu schneien. Hamane hat einen Plastikbeschlag drauf und stollt
sofort leicht auf. Wir basteln ihm noch eine Abschwitzdecke an den Sattel.
Langsam ist es uns doch zu kritisch, ohne Nierendecke zu reiten. Nach einer
leckeren Kartoffelsuppe geht es weiter zum letzten Gate bei 80 km. Andrea und
Gaby haben wieder zu Dirk aufgeschlossen. Erneut geht es mit Puls 64
sofort in die Pause. Nur noch 10 km bis zum Ziel. Hier hat Claus schon ein
Schwedenfeuer entfacht und die Sektflasche geöffnet. Nach einer Reitzeit von 5 h
13 min (Tempo 3,48) erreichen Andrea, Gaby und Dirk gemeinsam das Ziel. Die
Nachuntersuchung findet nach 30 min statt. Alle drei kommen durch. Herzlichen
Glückwunsch nochmals an dieser Stelle.!!!
Nachdem Hamane ordentlich versorgt ist, gehen wir zum gemütlichen Teil des
Tages über. Jürgen hat schon den Kaminofen geheizt. Jetzt gibt es erstmal
Geburtstagskuchen!!
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