Fichtelbergritt 2005

Samstag | 18.06.2005 | Markersbach

Ergebnisse:

 

1. Platz: Rahel Lewin mit Ramadan
1. Platz: Claudia Bullmann mit Mirok 
1. Platz: Birgit Groth mit Vasco

4. Platz: Conny Schwedler mit Dschinn

5. Platz: Rolf Bullinger mit El Wa Ha Kimja

6. Platz: Anka Traurig mit Rashmann Ibn Nizaar

 

vollständige Ergebisliste

Der Fichtelbergritt fand am 18.06.2005 wie gehabt auch unter den neuen Eigentümern des Reiterhofes Stella in Markersbach statt. Am Freitag begrüßte der Fichtelberg seine Herausforderer mit Regen. Ein paar blieben auch prompt daheim, so dass am Samstag Morgen letztlich 29 Pferde in kleinen Gruppen an den Start gingen. Das Wetter war sonnig aber kühl, also ideales Reitwetter. Es waren wieder einmal einige Distanzneulinge dabei. Zwei von Ihnen mussten im 1. Stopp leider die Erfahrung machen, dass sie ihre Pferde überschätzt hatten. Sie regenerierten nicht und mussten hier aufhören. Vom ersten Stopp ging es zum berüchtigten Anstieg an der Tschechischen Grenze entlang, danach wollte der Fichtelberg erklommen werden, bevor die Pferde im 2. Stopp eine etwas längere Pause machen konnten. 10 km vorm Ziel gab es noch einen Vetcheck, in dem das Starterfeld schon deutlich gedehnt ankam. Die Strecke wurde in diesem Jahr sehr schnell angegangen - die Sieger waren nach einer Reitzeit von knapp über vier Stunden wieder im Ziel. Am Abend wurde es am Lagerfeuer gemütlich und den Gesang zur Gitarre des eigens eingeflogenen schwedischen Künstlers konnten wohl alle genießen.

Wer den Sender empfangen kann, konnte sich am Sonntag im MDR Sachsenspiegel eine dreiminütige Reportage über den Ritt ansehen.

 

Nun aber noch ein paar kritische Worte aus Sicht eines P/A-Helfers zum Schluss: Es stimmt mich nachdenklich, wenn weder Veranstalter, noch Tierarzt, noch die Mitreiter, ein Problem damit haben, wenn ein Pferd nur durch den allzu deutlichen Einsatz eines im Wald abgebrochenen Astes zum Vorwärtsgehen gebracht werden kann. Liegt ein solch unschönes Bild am falschen Ehrgeiz oder am fehlenden reiterlichen Können - aber egal warum - muss so etwas wirklich sein?

Die Tierarztentscheidung ist ja bekanntlich nicht anfechtbar - aber angesichts von etwa fünf in der Nachuntersuchung in meinen Laienaugen nicht mehr lahmfrei laufenden Pferden, kann ich mich über die geringe Ausfallquote gar nicht mehr so recht freuen - aber ich mag mich geirrt haben und hoffe, dass diesen Pferden ihre Füße nicht weh tun...

 

Carola Bönsch

 

Lockruf des Berges ? Gedanken zum Fichtelbergritt 2005

Nach der schwachen Teilnahme von nur 8 Reitern im Jahr 2004, erlebte der Fichtelbergritt in diesem Jahr einen unerwarteten, aber dennoch sehr erfreulichen Teilnehmeransturm. Kurz vor Nennschluß lagen Veranstalterin Silvia Fischer bereits 32 Nennungen vor und auf meine Rückfrage hin gab sie zu, daß ihr nun doch etwas mulmig würde... Schließlich  handelte es sich um die ?Premiere? der neuen Besitzer des altbekannten Veranstaltungsortes ?Pferdehof Stella? in Markersbach und dann auch gleich noch mit dem  absoluten Teilnahmerekord seit der Erstveranstaltung 2001! Als besonders bemerkenswert ist zu registrieren, daß ca. zwei Drittel der Starter Neueinsteiger in Sachen Distanzreiterei waren und fast ausnahmslos aus dem näheren Umfeld kamen. Das läßt doch für den ?Aufschwung Ost? auch auf diesem Gebiet hoffen!!

 

Im Forum kursierten ja im Vorfeld die wildesten Vermutungen über das zu erwartende Wetter (die Vorstellungen reichten von Dauerregen bis Wintereinbruch, an Sonne glaubte außer mir wohl keiner!?) und alle spekulierten über den Pool im Ferienhotel als würde die eigentliche Veranstaltung dort stattfinden. Obwohl uns am Freitagabend pünktlich zur Voruntersuchung doch der Nieselregen ereilte und die Wolken konsequent zwischen den Bergen hingen, kam es am Sonnabend nicht so schlimm, eigentlich sogar ideal: anfangs noch bedeckt, später sonnig, leichter Wind und ca. 18 ? 20°C.

 

Auf die Strecke von 60 Kilometern ging es am Sonnabend ab 7.30 Uhr in kleinen Gruppen mit Zeitabstand und bereits der Start wurde von einem Kamerateam des MDR gefilmt. Das berühmt-berüchtigte Schlammloch, das ca. 5 km hinter dem Start zu überwinden ist, hat auch in diesem Jahr alle Reiter-Pferd-Paare lebend wieder ausgespuckt und es waren entgegen der Erfahrungen aus den Vorjahren gar keine Gruselgeschichten am abendlichen Lagerfeuer diesbezüglich zu hören.

 

Fast alle Startergruppen blieben in ihrer Zusammensetzung recht stabil und bewältigten große Teile oder sogar die gesamte Rittstrecke gemeinsam. Die ersten und einzigen Ausfälle waren im 1. Stop in Rittersgrün zu verzeichnen. Zwei Reiter hatten die Leistungsfähigkeit ihrer Pferde falsch eingeschätzt und mit den Kräften nicht gut gewirtschaftet, sodaß sich die Pferde nicht ausreichend schnell regenerierten. Alle anderen konnten sich erholt wieder ins Geschehen stürzen und den Aufstieg an der tschechischen Grenze in Angriff nehmen. Dort sind auf 5 Kilometern ca. 230 Höhenmeter zu überwinden! Das stellt schon eine besondere Herausforderung für Pferd und Reiter dar und entgegen Silvias Ratschlag, stiegen einige Reiter doch aus Mitleid ab und japsten zu Fuß die Steile hinauf und bereuten wohl spätestens oben ihr Heldentum (aber deren Regeneration interessierte ja keinen ;-)!)

 

Auf der Strecke boten sich immer wieder faszinierend schöne Panoramaaussichten bis weit hinein in tschechische Lande. Ich denke, daß zumindest die langsamer Reitenden diese Ausblicke genossen haben und mit mir einer Meinung sind, daß der Fichtelbergritt das Prädikat ?landschaftlich besonders reizvoll? unbedingt verdient. Nach meinem Empfinden kann man auf dem Fichtelbergritt die Teilnehmer ziemlich deutlich in zwei Kategorien einteilen, zum einen die ?Leistungs-Reiter? und zum anderen die ?Erlebnis-Reiter?. Aber das ist auch ganz in Ordnung so.

 

Einen deutlichen Wertverlust hingegen erfuhr der Ritt nach meiner Meinung durch die deutliche Verschlechterung der Wegequalität gegenüber den Vorjahren. Das betrifft nicht die Naturwege, sondern über weite Strecken wurden die ehemaligen Feinsplittpisten mit grobem Naturstein nachgeschottert. Dabei wurden Rand- und Mittelstreifen mit abgedeckt, sodaß sie als absolut pferdeunfreundlich einzustufen sind. Bemerkenswert im negativen Sinne ist dabei, daß es sich bei diesen Wegen um ausgewiesene Reitwege handelt!

 

Es war also speziell auch in dieser Hinsicht ein besonders verantwortungsbewußtes Reiten angebracht, was jedoch einigen Reitern nicht so recht bewußt geworden zu sein scheint. Obwohl im 1. und 2. Stop sowie auch am Sonntag in der Nachuntersuchung keine Pferde wegen Lahmheit disqualifiziert wurden, erschienen mir einige vorgestellte Tiere arg grenzwertig. Immerhin sollte die Nachuntersuchung unter dem Aspekt stattfinden, daß jedes Pferd sofort ohne Probleme in der Lage ist, nochmals einige Kilometer unter Distanzbedingungen zurückzulegen. Bedenklich fand ich dieses Ergebnis auch unter dem Blickwinkel, daß auf diese Art Neueinsteigern ein eventuell verfälschtes Bild der Gesundheitskontrollen beim Distanzreiten und somit falsche Maßstäbe vermittelt werden. Während bei einer Disqualifikation in erster Linie wohl das Ego des Reiters leidet, leidet auf diese Art das Pferd!!!

 

Ansonsten erlebte die Veranstaltung einen netten Höhepunkt am sonnabendlichen Lagerfeuer, umrahmt von Gitarrenklängen und Gesang eines schwedischen Musikers. Die kulinarische Versorgung hätte man sich vielleicht etwas liebevoller gewünscht, aber Uta und Jürgen erlebten ihren Hof ja zum ersten Mal als ?Schaltzentrale? eines Distanzrittes und somit auch die Konfrontation mit allen anstrengenden Begleiterscheinungen drei Tage fast rund um die Uhr.  Der Helfertruppe insgesamt gebührt ein großes Dankeschön, ebenso Alleinveranstalterin Silvia, die in der Kürze der Vorbereitungszeit vor Ort eine schöne Distanzveranstaltung auf die Beine gestellt hat!

 

Ute Lützow

 

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